Zuckersüßer Überfluss

Rund 24,5 Kilogramm Zucker im Jahr und zahlreiche überflüssige Kalorien Tag für Tag: Viele Menschen in Deutschland überschreiten ein gesundes Maß, ohne es zu wissen.

Versteckt in Nahrungsmitteln oder als gezielt verwendetes Süßungsmittel finden durchschnittlich 16 Teelöffel Haushaltszucker täglich den Weg in den menschlichen Körper. Hier produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin, um die Zuckermoleküle in die Zellen zu transportieren. Hohe Blutzuckerwerte sind auf Glucose in den Gefäßen zurückzuführen. Wenn die Zellen nicht mehr optimal auf Insulin ansprechen, kann sich eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes entwickeln – jener Form, die nicht angeboren ist (Typ-1-Diabetes), sondern durch falsche Ernährung immer häufiger erworben wird.

Der Typ-2-Diabetes bleibt oft über mehrere Jahre unentdeckt, weil die Symptome zu Beginn unspezifisch sind. Zwar benötigen Menschen mit Übergewicht deutlich mehr Insulin als Schlanke. Beide Gruppen können aber von einer Insulinresistenz betroffen sein. Gravierend sind die Folgeerkrankungen, die auf einen zu hohen Blutzuckerwert zurückzuführen sind: Durch eingelagerte Glucose in den Zellwänden können Gefäße verkalken und ihre Elastizität verlieren. Sie beeinflusst außerdem den Cholesterinspiegel negativ. Die Fließeigenschaft des Blutes wird durch beide Faktoren vermindert. Es drohen Verschlüsse, die die Entstehung eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls begünstigen. Augen, Nieren, Nerven und Füße können in ihrer Funktion eingeschränkt sein.

Die Untersuchung des Urins auf Zucker ist beim kostenlosen Gesundheits-Check „Check-up 35“ obligatorisch. Personen ab dem 35. Lebensjahr sollten diese Vorsorge alle zwei Jahre wahrnehmen, um rechtzeitig erste Anzeichen zu erkennen. Die wörtliche Übersetzung „honigsüßer Durchfluss“ für Diabetes mellitus kommt nämlich nicht von ungefähr: Rund 1.500 Liter Blut fließen täglich durch die Nieren und werden dort in den Nierenkörperchen gefiltert, sodass der sogenannte Vorharn entsteht. Darin enthalten sind Abfallstoffe wie auch Substanzen, die für den Körper wichtig sind. Über die Nierentubuli wird Glucose normalerweise fast vollständig ins Blut zurücktransportiert. Ist der Blutzuckerspiegel zu hoch, sind die Glucosetransporter überlastet. Die Nierenschwelle ist überschritten. Dann sind hohe Zuckerkonzentrationen von Glucose im Urin nachzuweisen, und das Risiko für eine Erkrankung steigt.

 

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Mehr Informationen

Betroffene und Familienangehörige können sich ausführlich auf der Website von Diabetes-Deutschland.de informieren.

Auch beim gesunden Menschen kann es am Tag zu Schwankungen des Blutzuckerspiegels kommen:

diabetes.behandeln.de

Näheres zu den zwei Diabetestypen erfahren Sie in diesem Film:

www.planet-wissen.de