Wie Waschen schützt und wo es schadet

Kaum etwas beugt Infektionen besser vor als richtiges Händewaschen. Tägliches Duschen ist aber bereits des Guten zu viel. Genauso wie der Einsatz von Desinfektionsmitteln zuhause.

„Vor dem Essen Hände waschen!“
Was die Eltern einem eingetrichtert haben, bekräftigt die Wissenschaft: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO werden bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. „Wer sich regelmäßig und sorgfältig die Hände wäscht, kann sein Infektionsrisiko deutlich reduzieren“, sagt Dr. Jürgen Gebel. Der Mikrobiologe arbeitet am Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn und empfiehlt, die Hände vor jeder Mahlzeit und nach dem Toilettengang zu waschen.

Handhygiene ist ein sehr billiges Mittel, um die Ausbreitung von übertragbaren Krankheitserregern zu verhindern.
Händewaschen spült nicht nur Schmutz und Erreger von der Haut, Seife wirkt auch keimtötend. Wichtig: Erst nach etwa einer halben Minute entfaltet sich die Wirkung der Seife. Die gründlichste Wäsche nützt wenig, wenn die Hände mit einem verschmutzten Handtuch abgetrocknet werden.

Zu viel Waschen schadet
Wer sich nach jedem Händeschütteln wäscht, schadet der Haut. Deshalb lieber mal aufs Händeschütteln verzichten – mit einer charmanten Entschuldigung. Und auch da sind sich die Experten einig: Wir duschen und baden zu häufig. Wer auf das tägliche Duschen nicht verzichten will (oder kann): Probieren Sie es doch einfach mal ganz ohne Seife oder Duschgel. Oder schäumen Sie lediglich Achseln und Schambereich ein und duschen Sie alles andere nur mit Wasser.

Desinfektionsmittel im Haushalt überflüssig!
Die Industrie wirbt für desinfizierende Produkte – mehrere Bundesbehörden (UBA, BgVV, RKI) wenden sich gemeinsam dagegen: Der Einsatz von Desinfektionsmitteln im Haushalt belaste die Umwelt, erhöhe das Asthmarisiko bei Kindern, stelle eine Vergiftungsgefahr dar und die richtige Anwendung sei keineswegs gewährleistet.

Versorgung bei einem begründeten Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung
Selbstverständlich wird bei der gesetzlichen Krankenversicherung die Versorgung bei einem begründeten Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung sichergestellt. Das schließt natürlich auch die medizinisch notwendige Diagnostik mit ein. Der Test wird immer dann bezahlt, wenn die vom RKI formulierten Kriterien vorliegen. Der GKV-Leistungskatalog passt sich bei der Laboruntersuchung auf das Coronavirus damit automatisch und laufend an die Veränderungen der vom RKI vorgenommenen Kriterien aufgrund der aktuellen Risikobewertung an.

 

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Richtig Hände waschen

1. Vor dem Einseifen die Hände mit lauwarmem Wasser anfeuchten, Ringe und Handschmuck idealerweise vorher ablegen.

2. Danach die Seife auf den Händen verteilen und eine knappe Minute einreiben ...

3. ... auch zwischen den Fingern und auf den Kuppen.

4. Gründlich abspülen, ggf. eine Handcreme zum Nachfetten auftragen.

5. Frische Handtücher verwenden bzw. häufiger erneuern.