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Schweinehund.

Das metabolische Syndrom

Warum gute Vorsätze so oft für die Katz sind. Und wie man sein
Gehirn trotzdem überlistet.

Wer aktiv ist, lebt gesünder. Schon eine Stunde flottes Spazierengehen am Tag erhöht die Lebenserwartung um sieben Jahre. Weniger essen, mehr trainieren, just do it! Können Sie es auch nicht mehr hören? Als ob das alles so einfach wäre! Sind Sie nach der Arbeit auch nur noch hungrig und nur noch platt, und nach dem Abendessen können Sie sich zu nichts mehr aufraffen? Ist doch total menschlich, oder? Und ist es nicht gemein, dass ausgerechnet die ungesündesten Leckereien geradezu süchtig machen?

Warum ist der innere Schweinehund so stark? Warum verbringen wir Stunden regungslos vor dem Fernseher, obwohl wir genau wissen, dass Stress, innere Unruhe und Anspannung nicht auf dem Sofa verschwinden? Warum ist es so schwer, sich mehr zu bewegen? Kurz gesagt: weil die Evolution noch keine Zeit hatte, sich auf eine Epoche mit Kalorienüberfluss und Bewegungsmangel einzustellen. Dieser Abschnitt der Menschheitsgeschichte dauert noch keine 100 Jahre. Davor war es schlicht unmöglich, dauernde Anstrengung zu vermeiden. Noch im 19. Jahrhundert legte der Mensch im Schnitt täglich 15 bis 20 Kilometer zu Fuß zurück. Weil er musste. Heute ist weniger als ein Kilometer pro Tag übrig.

Jetzt macht sich bemerkbar, wie rasch der Mensch Fett ansetzt – viel schneller übrigens als seine nächsten Verwandten, die Menschenaffen. Deren Körperfettanteil bleibt selbst in Gefangenschaft bei relativer Bewegungsarmut niedrig. Hinzu kommt eine offensichtliche Vorliebe für Zucker und Fettes, und gemeinerweise steckt uns auch die Trägheit in den Genen: Sie ist nichts anderes als eine Energiesparmaßnahme. Gehirn und Körper versuchen, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, und „schalten ab“, wann immer sie können.

Aber warum ist das so?
Es liegt am großen Gehirn des Menschen! Das einzigartige Denkorgan verbraucht enorm viel Energie, je nach Aktivität zwischen einem Viertel und der Hälfte des gesamten täglichen Kalorienumsatzes – deutlich mehr als jedes andere Säugetier. Bei Primaten sind es acht bis zehn Prozent, bei anderen Säugetieren sogar nur drei bis fünf Prozent des täglichen Kalorienumsatzes. Ohne besondere Maßnahmen der Evolution wäre ein solcher Energiefresser schlicht nicht überlebensfähig gewesen: So ist Körperfett der einzige Energiespeicher, der das hungrige Menschengehirn konstant mit der erforderlichen Kalorienmenge versorgen konnte, auch über länger anhaltende Versorgungslücken von mehreren Tagen hinweg. Weil uns das alles in den Genen steckt, finden wir Bewegungsarmut völlig normal. Das bisschen Übergewicht bringt uns ja auch nicht gleich um. Eben. Der Weg zum metabolischen Syndrom ist ein schleichender Prozess. Er zieht sich über viele Jahre, meist reichen die Wurzeln bis in die Kindheit. Kinder haben noch einen natürlichen Bewegungsdrang, und wenn man sie lässt, bewegen sie sich ganz von selbst gern. Doch dann greift eine Erziehung, die Bewegungsmangel geradezu fördert – „Sitz still!“, „Zappel nicht so rum!“ – und von den Eltern oft vorgelebt wird. Nach der Schule ist es vielen Eltern lieber, wenn die Kinder „aufgeräumt“ sind, statt draußen rumzutoben.

Nicht jedes Übergewicht gilt gleich als ungesund. Bauchfett ist tendenziell schädlicher als Speck an den Beinen oder am Po. Deshalb zählt der Bauchumfang als ein Gesundheitsindikator.

Was ist eigentlich das metabolische Syndrom?
Direkt übersetzt bedeutet metabolisches Syndrom „Stoffwechselstörungssymptome“. Es umfasst eine Gruppe schädlicher Faktoren, die über Jahre zum Gesundheitsrisiko werden: Übergewicht bzw. Fettleibigkeit (Adipositas), gestörter Kohlenhydratstoffwechsel (Diabetes), schlechte Fett- und Cholesterinwerte sowie Bluthochdruck.

Das metabolische Syndrom entwickelt sich aus einem dauerhaft ungesunden Lebensstil, vor allem aus schlechter Ernährung in Kombination mit akutem Bewegungsmangel. Deshalb lässt es sich auch als Wohlstands- oder Zivilisationskrankheit beschreiben. Neben dem Rauchen gilt es als Auslöser Nummer eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Herzinfarkt und Schlaganfall. Im Englischen heißt es deshalb auch „deadly quartet“.

Die Betroffenen empfinden ihren passiven Lebensstil häufig als völlig normal und gesund. Meist führen die Risikofaktoren auch erst in fort­geschrittenem Alter zu Problemen – und werden dann oft nur medikamentös behandelt, anstatt dass man die Ursachen anpackt.

Weitere Informationen

Gesund zu leben lohnt sich: Features und Interviews zum metabolischen Syndrom auf unserem Webangebot zur Kampagne.

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