Faszination Klettern!

Klettern ist gesund – darüber sind sich Medi­ziner einig. Wer klettert, kräftigt die Muskulatur. Der Körper wird ­beweglicher. Klettern ver­bessert die Koordinationsfähigkeit und ist als Sportart sogar für Kinder und Senioren geeignet.

Bewegungslust und Leistung
Der Wunsch, unbekannte Höhen zu erklimmen, ist ein natürlicher Impuls. Kein Mobiliar im Haushalt, das vor den neugierigen Erkundungstouren der Kleinsten sicher wäre. Und mit zunehmendem Alter steigen auch die Herausforderungen – was folgt, sind hohe Zäune und der Apfelbaum in Nachbars Garten. Doch was steckt hinter der frühkindlichen Kletterlust, die später selbst viele Erwachsene nicht mehr loslässt?

Glorreiche Aussichten
Strategische Aussichtspunkte dienten einst dem Überleben. Längst ist diese Notwendigkeit einem hohen Spaßfaktor gewichen: Menschen zieht es in die Berge, um auf Klettertour zu gehen. Klettern gilt heute als Ausdauersportart, in der sich Forscherdrang, Selbstvertrauen und Leistungswille idealtypisch miteinander verbinden. Körperkraft und Konzentration sind gefordert, wenn es darum geht, die Schwerkraft mit weichen Bewegungen in vertikaler Richtung zu überwinden. Die anhaltende Anstrengung versetzt den Körper in den sogenannten Flow-Zustand. Dabei werden körpereigene Stoffe, wie z.B. Endorphine, Adrenalin und Cortisol, ausgeschüttet, die zu vorübergehenden Glücksgefühlen führen können.

Gipfelstürmer auf Erfolgskurs
Das Vertrauen in den Kletterpartner, der den Kletternden mit einem Seil vor dem Absturz sichert, stärkt außerdem die Teamfähigkeit. Freikletterer, die den Gipfel ohne Seilschaft erklimmen, nutzen ausschließlich ihre Hände und Füße: Auf der Suche nach Grenzerfahrungen begeben sich diese Hochleistungssportler regelmäßig in riskante Situationen – mit positiv empfundenen Kick-Erlebnissen.

Treffpunkt Kletterhalle
Klettern im Freien verspricht die unmittelbare Naturerfahrung. Allerdings ist dem Freizeitvergnügen bei Regen, Schnee und Hagel ein schnelles Ende gesetzt. Die Kletterhalle bietet eine attraktive Alternative: An den künstlichen Kletter- und Boulderflächen können ­Kletterbegeisterte jeden Trainingsgrades ganzjährig trainieren. Gleichgesinnte treffen sich zum Erfahrungsaustausch. Einsteiger erhalten wertvolle Tipps und lernen die wichtigsten Grundtechniken während eines Anfängerkurses kennen.

Nahaufnahme eines Kletterseils mit einem Karabinerhaken

Klettern – (r)eine Einstellungssache
Klettern besitzt eine lange Tradition, und so unterschiedlich die Stile sein mögen, verbindet die Klettergemeinde ein entscheidender Gedanke: Der Weg ist das Ziel! Was möglich ist, lernt der Einzelne selbst einzuschätzen – vom mentalen Training profitieren alle Altersklassen. Beim Klettern ist der Mensch auf seinen Bewegungsablauf konzentriert. Einflüsse der Außenwelt können vollkommen ausgeblendet werden, weil nur der Gedanke zählt, sich einer persönlichen Herausforderung zu stellen.

Klettern ohne Altersgrenze
Wie bei anderen Sportarten birgt auch das Klettern besondere Verletzungsrisiken, die jedoch durch fundiertes Vorwissen und richtiges Vorgehen kalkulierbar sind. Die Finger gehören zu den Hauptwerkzeugen des Kletterers – an die ungewohnte Belastung muss sich der Anfänger erst gewöhnen. Um den Impuls am Felsen oder an der Wand richtig aufzubauen, arbeiten Sprunggelenke, Beine, Becken und Arme zusammen. Der Kletterer wird eins mit seiner Umge­bung – und gerade im Freien ist dies für die meisten Menschen eine herausragende Erfahrung!

Spaß und Muskelkraft
Kletterkurse gibt es inzwischen für jedes Alter und jeden Leistungsstand. Kinder finden Klettern spannend, weil es ihre natürliche Neugier weckt und sie Verantwortung übernehmen. Die sportliche ­Ausbildung fördert Teamgeist und Selbstbewusstsein. Auch im Se­niorensport hat sich Klettern zu einer attraktiven Disziplin mit vielen gesundheitlichen Vorteilen entwickelt. Vor den kalendarischen Lebensjahren zählt das biologische Alter: Neurologische Erkrankungen, Lähmungen oder Bandscheibenschäden sollten ausgeschlossen werden. Muskelaktivität und Bewegung können jedoch helfen, Schwindel, Stürzen und Osteoporose vorzubeugen. Die Rücksprache mit dem Arzt ist ebenfalls sinnvoll, um das Herz-Kreislauf-System zu überprüfen. Gibt der Mediziner grünes Licht, steht dem Klettervergnügen nichts mehr im Wege!

Trendsport Bouldern
Nicht weniger aufregend, dafür aber weitaus ungefährlicher als Freiklettern in luftiger Höhe ist Bouldern. Der Trendsport aus den USA hat seine Wurzeln in Frankreich. Im südlich von Paris gelegenen Fontainebleau wurden Sandsteinfelsen schon um 1900 zum Anlaufpunkt für Sportkletterer, die hier ohne technische Hilfs­mittel ihrer Leidenschaft nachgingen. Bouldern bedeutet Klettern in Absprunghöhe. In der Praxis sind damit maximale Boulder­höhen von 4,5 Metern gemeint. Kurze Strecken sollen möglichst beim ersten Versuch mit der richtigen Technik bewältigt werden. Einen Kletterpartner braucht es für die Sicherung nicht. Um der Sturz­gefahr zu begegnen, werden Bouldermatten, sogenannte Crashpads, am Boden ausgelegt.

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