Wahr oder falsch? Diätmythen unter der Lupe

Die Vielfalt ist bestechend: Abnehmen lässt sich im Schlaf oder durch FdH, Dinner Cancelling und Kohlsuppen-Diät. Im Kampf gegen überflüssige Pfunde werden die Ergebnisse in Erfah­rungsberichten vollmundig beschworen. Und die Bestätigung folgt schon nach wenigen Tagen. Dass der langfristige Erfolg von Diäten allerdings oft gleich null ist, konnten jetzt mehrere Studien zeigen. Auch wurde belegt, dass durch einseitige Ernährung Risiken wie Mangelerscheinungen und Essstörungen steigen. Nur wer seine Ernährungsgewohnheiten sorgfältig umstellt und dem Körper dabei zukommen lässt, was er braucht, reduziert sein Gewicht auf Dauer. Lesen Sie hier zum Thema „Abnehmen“ die häufigsten Mythen.

Diäten machen schlank
Blitzdiäten funktionieren nicht: Je rigoroser die Energiezufuhr gedrosselt wird oder dem Organismus bestimmte Stoffe verweigert werden, desto schneller holt er sich das Fehlende zurück. Da der Körper außerdem dazu tendiert, Reserven für künftige Notzeiten anzulegen, ist das Ursprungsgewicht bald wieder erreicht.

Spätes Essen macht dick
Falsch: Die Uhrzeit spielt beim Abnehmen eine untergeordnete Rolle. Dennoch sollten Sie darauf achten, was Sie abends essen. Denn eine halbe Salamipizza kann der Körper schlechter verstoffwechseln als beispielsweise einen Fisch mit großem Salat und eine Vollkornbrotscheibe, obwohl beide Mahlzeiten die gleiche Kalorienmenge (ca. 500 kcal) haben. Dicker wird der Mensch durch Kalorien, die seinen Tagesbedarf übersteigen. Insofern ist es unwichtig, ob Sie um 9, 12 oder 22 Uhr essen. Entscheidend ist Ihre Energiebilanz: Auch der Verzicht aufs Abendessen (Dinner Cancelling) lässt die Kilos nicht purzeln. Wichtig ist, wie viel Sie täglich zu sich nehmen!

In dünne Scheiben geschnittener Lachs

Fette sind Dickmacher per se

Fette besitzen einen schlechten Ruf: Noch vor den Kohlenhydraten wurden sie bereits zur Hauptursache für Übergewicht erklärt. Figur- und gesundheitsbewusste Menschen verbannten sie daraufhin von ihren Speiseplänen – zu Unrecht, wie man heute weiß! Denn auch hier sind Qualität und Menge entscheidend. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die in Nüssen, Samen, Fisch und Pflanzenölen stecken, sind – in Maßen genossen – Teil einer gesunden und kalorienbewussten Ernährung. Gesättigte Fettsäuren in tierischen Lebensmitteln, wie beispielsweise Butter, Schmalz, Sahne, Speck, Käse, Wurst und Fleisch, sollten Sie tatsächlich reduziert verwenden!

Verschiedene Käsesorten und Trauben

Fettarme, Light- und Diätprodukte ­helfen beim Abnehmen

Industriell verarbeitete Nahrungsmittel gibt es heute auch in der Fettarm- oder Light-Variante: Sie versprechen Genuss ohne Reue – und tatsächlich haben einige Produkte durchaus weniger Kalorien. Da sie allerdings auch weniger sättigen, verführen sie automatisch dazu, mehr zu essen. Unter dem Strich ist also nichts gewonnen. Viele Produkte enthalten zudem weniger Fett und dafür mehr Zucker oder umgekehrt – tatsächlich bleibt die Kalorienmenge immer gleich. Auch enthalten diese Produkte oft Süßstoff, der im Verdacht steht, den Appetit anzuregen und Heißhungerattacken auszulösen. Lesen Sie daher gründlich die Produktangaben und informieren Sie sich vorab über Inhaltsstoffe und Kalorien.

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