Wie gesund ist funktionelle Ernährung?

Immer mehr Menschen greifen zu Proteinshakes, Eiweißriegeln oder Energie-Gels. Die sogenannten „funktionellen Lebensmittel“ sind auf dem Vormarsch. Doch brauchen wir das wirklich, um fit zu bleiben?

Ein großer Protein-Coffee zum Frühstück soll lange satt machen, ein Immunbooster-Shot direkt im Anschluss die Abwehrkräfte stärken und beim Sport soll ein Gel mit reichlich Maltodextrin für Energie sorgen. Solche und ähnliche Versprechen kursieren zunehmend in den sozialen Medien – vor allem verbreitet durch Influencerinnen und Influencer, die diese Produkte umsatzstark bewerben. Die Botschaft: Eine unkomplizierte Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien ist ohne aufwendiges Schnippeln oder Kochen möglich.
 

Kein Wunder also, dass die sogenannten „funktionellen Lebensmittel“ immer beliebter werden. Dabei handelt es sich um Produkte, denen die Hersteller beispielsweise Vitamine, Mineralstoffe oder Proteine zusetzen. Oft wird den funktionellen Lebensmitteln deshalb ein gesundheitlicher Mehrwert zugeschrieben. Laut des Lebensmittelverbandes Deutschland stehen die Produkte bei den Menschen hoch im Kurs – sie belegen Platz vier der Top-10-Ernährungstrends.

Vorteile einer ausgewogenen Ernährung

Doch brauchen wir wirklich funktionelle Lebensmittel, um unseren Körper optimal zu versorgen? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sagen klar: Nein. Eine ausgewogene Ernährung mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln liefert in der Regel alle notwendigen Nährstoffe. Die DGE betont, dass der Proteinbedarf problemlos durch natürliche Quellen wie Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch, Eier und Vollkornprodukte gedeckt werden kann. 

Und auch unser Immunsystem können wir ohne Zitronen-Ingwer-Shots unterstützen – indem wir häufiger zu ballaststoffreichen Lebensmitteln sowie Obst und Gemüse mit viel Vitamin C greifen, beispielsweise Orangen oder Paprika. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft trägt ebenfalls zur Stärkung des Immunsystems bei.

Hoch verarbeitete Lebensmittel

Eine bewusste Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und hochwertigen Proteinquellen reicht also aus, um die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Körpers zu erhalten. Funktionelle Produkte wie Proteinshakes oder Immunbooster sind in den meisten Fällen überflüssig. Vor allem, weil diese Lebensmittel oft hoch verarbeitet sind und sich dadurch unerwünschte Zutaten wie Zucker, Aromen, Süßstoffe oder Konservierungsmittel in ihnen befinden können. Die DGE warnt zudem: Wenn Gemüse, Obst und Nüsse durch funktionelle Lebensmittel vom Speiseplan verdrängt werden, kann das langfristig kritisch für unseren Organismus werden. Denn verringert sich die Zufuhr von sekundären Pflanzenstoffen sowie Nähr- und Ballaststoffen können Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten die Folgen sein. 

Wer langfristig fit bleiben möchte, darf also weniger auf Trends, Social-Media-Hypes und Marketingversprechen setzen – und stattdessen auf eine ausgewogene, natürliche Ernährung vertrauen. Das gilt übrigens insbesondere für Kinder. 

Unser Tipp für Ihre Gesundheit: Falls Sie unsicher sind, ob Sie oder Ihre Liebsten ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt sind, lassen Sie sich von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen und beraten, ob eine Supplementierung notwendig sein könnte.

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