Obwohl Rote Bete, Pastinake und Steckrübe lange Zeit nicht aus Omas Kochtopf wegzudenken waren, sind sie dennoch in Vergessenheit geraten. Heute erleben die Wurzeln eine Renaissance. In unserer Warenkunde beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Wurzelgemüse.
Das Wurzelgemüse erlebt ein Comeback. Und das aus einem guten Grund: Es ist nicht nur vielseitig, nahrhaft und lecker, sondern auch gesund. Zusätzlich kann das unterirdisch wachsende Gemüse mit Nachhaltigkeit punkten. Denn es versorgt uns in Herbst und Winter, wenn Salat, Gurken und Zucchini aus der Region rar werden, weiter mit wichtigen Vitaminen, Mineralien und anderen Nährstoffen – und muss dafür nicht weite Transportwege zurücklegen. Hier lesen Sie, was Sie über Wurzelgemüse wissen sollten.
Was ist Wurzelgemüse?
Die wichtigste Eigenschaft des Wurzelgemüses ist, dass es zu einem großen Teil unter der Erde wächst. Dort bildet es eine längliche, essbare Wurzel, eine Knolle oder eine Zwiebel aus. Zu den bekanntesten Sorten zählen Möhren, Rote Bete, Pastinaken und Rettich. Sie alle wachsen unsichtbar im Boden, bevor sie auf unseren Tellern landen. Übrigens: In einigen Fällen ist auch der grüne, blättrige Pflanzenteil über der Erde genießbar und kann in Smoothies, Pestos oder Suppen verarbeitet werden.
Welche Wurzelgemüse-Arten gibt es?
Die Auswahl der Wurzelgemüse-Artem reicht von mild bis würzig, von vertrauten Klassikern wie der Möhre bis zu eher unbekannten Sorten wie Topinambur oder Schwarzwurzel. Viele Sorten lassen sich roh wie gegart verwenden, beispielweise im Salat, im Eintopf oder aus dem Ofen.
Hier sind die wohl bekanntesten Vertreter:
Die Rote Bete fällt vor allem aufgrund ihrer tiefroten Farbe auf. Beim Kochen mit der Knolle ist deshalb Vorsicht geboten: Ihr Saft färbt stark ab und kann unschöne Flecken auf Händen und Kleidung hinterlassen. Im Handel ist Rote Bete roh, aber auch vorgekocht und vakuumiert erhältlich.
Babys erster Brei besteht oft aus süßen Pastinaken, danach geraten die weißen Wurzeln aber zunehmend in Vergessenheit. Sie sind 20 bis 40 Zentimeter lang und an der Oberseite deutlich dicker als an der Spitze. Ihre dünne Schale kann mit einer Gemüsebürste oder einem Gemüseschaler entfernt werden.
Die Wurzel wird oft mit Pastinaken verwechselt, weil sie sich äußerlich stark ähneln. Sie schmecken aber unterschiedlich. Petersilienwurzel haben ein intensives Petersilien-Aroma, Pastinaken sind eher süßlich-nussig.
Möhren sind das zweitliebste Gemüse der Deutschen. Rund 12,8 Kilogramm der Wurzel essen wir hierzulande im Jahr. Nicht alle Karotten sind übrigens orange: Möhren gibt es auch in anderen Färbungen – von Weiß bis Lila. Frische Möhren schmecken süß und sind beim Zerbrechen saftig und knackig.
In Kriegszeiten bewahrten Steckrüben viele Menschen vor dem Hunger. Dadurch bekam die bis zu 1,5 Kilogramm schwere Knolle den Ruf eines Arme-Leute-Essens. Zu Unrecht, sind Steckrüben doch kalorienarm und enthalten viele wichtige Nährstoffe. Die Rüben müssen vor dem Verzehr abgewaschen und von ihrer grün-gelblichen oder leicht roten Schale befreit werden. Darunter kommt ein gelbes Fruchtfleisch zum Vorschein.
Topinambur-Knollen sind etwa so groß wie Kartoffeln, erinnern aber an Ingwer. Unter der bräunlichen Schale verbirgt sich weißes Fruchtfleisch, das geschmacklich an Artischocken erinnert – daher werden die Knollen auch als „Erdartischocken“ bezeichnet. Bei einigen Menschen kann der Verzehr dieses Wurzelgemüses zu Blähungen führen. Wer unsicher ist, ob er Topinambur verträgt, sollte erst einmal kleine Portionen essen.
Schwarzwurzeln sind lange, dünne Stangen, die wie Möhren geschält werden. Dabei sondern sie einen milchigen und klebrigen Saft ab, der Hände und Kleidung verfärbt. Beim Kochen mit Schwarzwurzel sollte man deshalb stets Handschuhe tragen und die Wurzeln danach in Zitronen- oder Essigwasser legen. Das verhindert, dass sich die geschälten Schwarzwurzeln braun verfärben.
Der Knollensellerie erinnert sehr stark an einen runden Wurzelballen, vor allem weil ihm auch beim Kauf oft noch Erde anhaftet. Sellerie ist besonders aromatisch und deshalb ein fester Bestandteil von vielen Suppen und Eintöpfen.
Die Wurzel wird auch liebevoll „Radi“ genannt. Sie kann zehn bis 40 Zentimeter lang werden und kommt in Farben von Weiß über Braun bis Blau oder Schwarz daher. Rettich enthält Senföle und schmeckt daher leicht scharf.
Woran erkennt man frisches Wurzelgemüse im Handel?
Wurzelgemüse ist frisch, wenn es sich fest und hart anfühlt. Es sollte nicht möglich sein, die Wurzeln oder Knollen einzudrücken oder – beispielsweise bei Möhren – zu biegen. Die Schale frischer Wurzeln ist fest und sollte nicht schrumpelig aussehen. Im Inneren wirkt frisches Wurzelgemüse zudem knackig und saftig.
Wann hat Wurzelgemüse Saison?
Die meisten Wurzelgemüse haben ihre Hauptsaison in Herbst und Winter – also genau dann, wenn frisches Salat- oder Fruchtgemüse aus der Region selten wird. Möhren bilden eine Ausnahme: Sie sind in vielen Märkten ganzjährig erhältlich. Sorten wie Rote Bete, Pastinaken, Steckrüben oder Schwarzwurzel sind dagegen typische Wintergemüse und meist von Oktober bis März frisch zu bekommen. Wer saisonal einkauft, greift häufig auch zu regionaler Ware mit kürzeren Transportwegen und oft mehr Frische auf dem Teller.
Wie lagert man Wurzelgemüse richtig?
Wurzelgemüse mag es kühl, dunkel und – je nach Sorte – leicht feucht. Wichtig zu wissen: Nicht jede Sorte mag dieselbe Lagerung. Rote Bete oder Steckrüben bleiben über Monate frisch, wenn sie im Keller in einem Eimer mit feuchtem Sand gelagert werden. Schwarzwurzeln oder Pastinaken dürfen hingegen in den Kühlschrank. Sie sollten aber in ein feuchtes Tuch eingeschlagen und nach ein bis zwei Wochen verbraucht werden. Möhren können im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Alternativ bleiben sie auch länger knackig, wenn man sie in Wasser legt.
Wie kann man Wurzelgemüse zubereiten?
Wurzelgemüse ist aromatisch und in der Küche vielseitig einsetzbar. Klassisch sind Ofengemüse, Suppe, Eintopf, Püree oder Salat. Außerdem gut zu wissen: Viele Sorten lassen sich problemlos miteinander kombinieren. Möhren und Pastinaken sind beispielsweise als Ofengemüse mit Olivenöl und italienischen Kräutern ein unschlagbares Team. Sie können das Gemüse einlegen, einkochen, braten oder dünsten. Auch frisch ist Wurzelgemüse ein echter Gewinn, beispielsweise als Möhren- oder Rote-Bete-Salat.
Warum ist es nachhaltig, Wurzelgemüse zu essen?
Viele Wurzelgemüsearten werden in Deutschland angebaut: Topinambur beispielsweise in Süddeutschland und Steckrüben im Norden des Landes. Durch kurze Transportwege bis zur Gemüseabteilung werden daher geringere Mengen Treibhausgase erzeugt als bei Obst- und Gemüsearten, die aus fernen Ländern zu uns kommen.
FAQ: Häufige Fragen rund um Wurzelgemüse
Zu Wurzelgemüse zählen zum Beispiel Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Petersilienwurzel, Rettich oder Schwarzwurzel.
Wurzelgemüse gilt als vielseitig, sättigend und kann gut Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.
Viele Wurzelgemüse-Sorten haben vor allem im Herbst und Winter Saison. Möhren sind oft auch ganzjährig erhältlich.
Frisches Wurzelgemüse ist meist fest, knackig und nicht schrumpelig oder weich.
Viele Sorten bleiben am besten kühl, dunkel und je nach Gemüse leicht feucht gelagert frisch.
Wurzelgemüse eignet sich zum Kochen, Backen, Dünsten oder für Suppen, Pürees und Ofengerichte.



