Wie Eltern ihr Kind optimal fördern

Keine Frage, Eltern wollen alles richtig machen und ihrem Kind die besten Startchancen geben. Doch wie finden sie das ideale Maß zwischen Förderung und Überforderung? So begleiten Eltern ihr Kind bestmöglich, ohne es unnötig unter Druck zu setzen.

Sprachförderung für Babys, Mathe für Kleinkinder, Chinesisch für Vorschülerinnen und Vorschüler, IT-Kurse in der Grundschule: Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Kursen, mit denen Eltern ihr Kind fördern können. Aber ist das wirklich notwendig? Natürlich wollen Eltern ihrem Kind die besten Startchancen geben, damit es später ein glückliches und erfolgreiches Leben führen kann. Natürlich müssen Mädchen und Jungen lernen, sich in einer leistungsorientierten Welt zu behaupten. Und natürlich ist die frühe Förderung zu Recht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Pädagogik und Eltern gerückt, denn gerade in ihren ersten Lebensjahren lernen Kinder besonders schnell und mühelos. Doch wo liegt die Grenze zwischen einer angemessenen Förderung und einer Überforderung?

Maximal ein bis zwei Kurse pro Woche

Fest steht, dass Kinder Impulse brauchen, um sich altersgemäß zu entwickeln. Doch die Regel „Viel hilft viel“ gilt in diesem Fall nicht. Das Bild des Nürnberger Trichters, nach dem man Kindern so viel Lernstoff wie möglich mitgibt, ist längst überholt. Expertinnen und Experten empfehlen, dass Kinder nicht mehr als ein bis zwei feste Kurse pro Woche besuchen sollten. In der übrigen Zeit bekommen Mädchen und Jungen durch das ganz normale Alltagsleben und das Spielen genug Lernimpulse. Denn Kinder sind die geborenen Entdecker und suchen sich selbst immer wieder Anregungen, mit denen sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen erweitern. Eltern sind dann Lernbegleitende, die für die richtigen Rahmenbedingungen sorgen. Was das genau bedeutet?

Fünf goldene Regeln für eine optimale Förderung:

Zeit zum Spielen geben

Die beste Förderung für Kinder ist das Spielen – und dazu brauchen sie zeitliche und räumliche Möglichkeiten. Sowohl im freien Spiel als auch beim Toben draußen machen Mädchen und Jungen wichtige Lernerfahrungen. Eltern kommt dabei die Aufgabe zu, für eine sichere Umgebung zu sorgen und altersgemäßes Spielzeug auszuwählen.

An den Interessen des Kindes anknüpfen

Kinder lernen dann besonders leicht, wenn die Erfahrungen und Erlebnisse mit positiven Gefühlen verbunden sind. Umso wichtiger ist es, dass Spielzeug und Kurse oder Vereinsaktivitäten an den Stärken und Interessen des Kindes ausgerichtet sind.

Auf Vergleiche verzichten

Jedes Kind entwickelt sich in seinem Tempo. Daher erzeugt es nur Druck, wenn Eltern ihre Tochter oder ihren Sohn mit anderen vergleichen. Der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther zieht zum Thema Druck auf Kinder gerne das Bild von Pflanzen heran, die auch nicht schneller wachsen, wenn man daran zieht.

Positiv zur Schule stehen

Weit wichtiger als eine Extra-Portion Förderung im Schulalter ist die Frage, wie Eltern zu Bildung stehen, haben Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität München bei der Auswertung von zahlreichen Studien herausgefunden. Am besten stärken Eltern die Leistungen und Motivation ihres Kindes, indem sie ihm eine positive Erwartungshaltung vermitteln und bei Aktivitäten der Schule mitmachen.

Auf Signale der Überforderung achten

Kinder signalisieren deutlich, wenn ihnen alles zu viel wird. Sie haben zum Beispiel keine Lust mehr, eine Aufgabe weiterzuverfolgen, werden schlecht gelaunt oder ziehen sich in sich selbst zurück. Spätestens dann ist es Zeit für eine Pause.

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