Mental Load: Wenn im Kopf „Overload“ herrscht

Ein Familienleben ist oft eng getaktet und will deshalb gut geplant sein. Doch manchmal wird die unsichtbare Denkarbeit, die „Mental Load“, zu groß. Was tun, wenn im Kopf „Overload“ herrscht und für Ihre eigenen Bedürfnisse kaum mehr Zeit bleibt?

Braucht das Kind neue Schuhe? Wann ist eigentlich die nächste U-Untersuchung? Eltern müssen viel im Kopf haben. Der Begriff „Mental Load“ hat sich etabliert, um das Phänomen dieser unsichtbaren Denkarbeit zu erfassen.

Planen, Terminieren, Organisieren

„Mental Load“ ist vor allem ein weibliches Thema. Denn die mentale Last trägt laut aktueller Forschung vor allem die Frau. Planen, Terminieren und Organisieren des Privatlebens fällt in jedem Haushalt an. Die Forschung zeigt jedoch einen Unterschied der Geschlechter: Die Wahrscheinlichkeit, den Löwenanteil dieser kognitiven Arbeit zu leisten, liegt laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung für Frauen bei 62 Prozent, für Männer bei 20 Prozent. Mütter seien sogar noch stärker betroffen: Lebten Kinder im Haushalt, steige die Wahrscheinlichkeit, die Mental Load zu tragen, auf 74 Prozent.

Väter wollen teilhaben

Das Problem: Einerseits würden Frauen trotz ihrer Erwerbstätigkeit nach wie vor oft als Hauptsorgeverantwortliche betrachtet. Andererseits hätte für viele jüngere Männer eine aktive Teilnahme am Familienleben einen deutlich höheren Stellenwert als früher. Die Leitbilder und Lebensziele für eine aktive Vaterschaft stünden jedoch oft im Konflikt mit traditionellen Erwartungen, die auf der Arbeit vorgebracht werden, so die Forscherinnen.

Das Tückische: Mental Load, die unsichtbare Denkarbeit, findet im Verborgenen statt. Allen Ansprüchen gerecht werden zu wollen, einfach weiterzumachen und nicht über Belastung zu sprechen, ist eine Gefahr für die mentale Gesundheit – und kann zum Burnout führen.  

Mental Load verteilen

Die gute Nachricht ist, dass das Phänomen „Mental Load“ sichtbarer wird. Durch ein sich wandelndes Bild von Vaterschaft bringen sich viele Männer verstärkt in den Alltag ein – die Chance, die Mental Load auf mehrere Schultern zu verteilen.

So teilen Sie Mental Load auf:

  1. Sprechen Sie miteinander und machen Sie verborgene Arbeit sichtbar: Machen Sie die verborgene Arbeit sichtbar, indem Sie alle Aufgaben in einer Liste notieren. Halten Sie auch fest, wer sich um was kümmert. Die Liste einer Person ist länger? Zeit zum Handeln!
  2. Planen Sie Ihre To-dos gemeinsam: Vereinbaren Sie einen regelmäßigen Termin, bei dem Sie überprüfen, ob Ihre To-dos noch gleich verteilt sind oder ob neue Themen dazugekommen sind. Achten Sie außerdem darauf, dass spaßige Freizeitaufgaben und eher unangenehme Alltagsaufgaben gleich verteilt sind.
  3. Mitdenken statt nur mitmachen: Wichtig, wenn Sie Themen abgeben: Es geht nicht darum, Aufgaben zu delegieren. Stattdessen sollte das jeweilige Thema wie beispielsweise der Kauf neuer Kleidung für die Kinder komplett auf den anderen übergehen. Der Unterschied ist groß: Denn wird delegiert, bleibt die mentale Last. Das endet erst, wenn man sich nicht mehr mit einem Thema auseinandersetzen muss.

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