Bindehautentzündung: Der juckende Infekt

Rote und juckende Augen, eitriger Ausfluss und verklebte Augenlider: Wer über diese Beschwerden klagt, der hat möglicherweise eine Bindehautentzündung. Eine Erkrankung, die nicht nur unangenehm, sondern auch extrem ansteckend ist.

Was ist eine Bindehautentzündung eigentlich? Bei der Erkrankung ist die Bindehaut eines oder sogar beider Augen, die sogenannte Konjunktiva, entzündet. Diese dünne Schleimhaut überzieht Teile des Augapfels und der Augenlider. Ein typisches Symptom der Bindehautentzündung ist die Rötung der betroffenen Schleimhäute. Erkrankte leiden unter tränenden Augen, eitrigem Ausfluss aus einem oder beiden Augen sowie starkem Juckreiz. Reiben sollten Betroffene jedoch nicht, denn das kann die Augen weiter reizen.

Hinzu kommt, dass eine Bindehautentzündung im Falle einer infektiösen Konjunktivitis ansteckend ist. Wer die Augen reibt, verbreitet also möglicherweise Bakterien und Viren über seine Hände. 

Infektion verbreitet sich schnell

Genau deshalb ist die Bindehautentzündung auch eine gefürchtete Kinderkrankheit – denn durch geteilte Spielzeuge oder Stifte kann sich die Infektion schnell verbreiten. Die Ansteckungsgefahr gilt zudem nicht nur für andere Personen, die Erreger können sich durch Schmierinfektion auch von einem auf das andere Auge übertragen. 

Drei Verhaltensregel bei Bindehautentzündung

  • Finger aus dem Gesicht und nicht die Augen reiben.
  • Waschlappen, Taschentücher oder Augentropfenfläschen nicht teilen. 
  • Regelmäßig die Hände waschen.

Bindehautentzündung durch Allergien

Nicht ansteckend ist hingegen eine Entzündung der Augen durch Allergien oder andere Einflüsse – eine sogenannte allergische Konjunktivitis. Ein guter Hinweis auf diese allergische Reaktion, beispielsweise auf Pollen oder Hausstaubmilben, kann ein allergischer Schnupfen sein. Andere potenzielle Auslöser sind Staub, trockene Luft, eine Verletzung der Bindehaut oder zu wenig Tränenflüssigkeit im Auge.

Die gute Nachricht: Eine infektiöse Konjunktivitis verläuft bei rund der Hälfte der Betroffenen unproblematisch und kann innerhalb von ein oder zwei Wochen ausheilen. Antibiotische Augentropfen aus der Arztpraxis versprechen schnellere Abhilfe, wirken aber nur bei bakteriellen Augenentzündungen. Stecken Viren oder eine Allergie hinter der Erkrankung, hilft meist also nur Abwarten. 

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Hält eine Bindehautentzündung mehr als vier Wochen an, sprechen medizinische Fachleute von einer chronischen Bindehautentzündung. In diesem Fall könnte die Konjunktivitis auch ein Hinweis auf ein anderes gesundheitliches Problem sein. Sollten die Beschwerden also länger als ein paar Tage anhalten oder Erkrankte an Beschwerden wie einer Verschlechterung der Sehkraft, einer erhöhten Lichtempfindlichkeit, einem Fremdkörpergefühl im Auge oder starken Kopfschmerzen und Übelkeit leiden, sollten sie sich an ihre hausärztliche Praxis wenden.

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