Erste Hilfe bei einem Zeckenbiss

Ein schöner Tag im Grünen kann mitunter unschön enden – wenn man eine Zecke mit nach Hause bringt. Wie entfernt man sie am besten? Und wie schafft man es, gar nicht erst einen Zeckenbiss zu bekommen? Hier kommen unsere Tipps.

Kleine Tiere, große Wirkung

Sie verbergen sich im Gras, in Bäumen und im Gebüsch, gelangen unbemerkt auf die Haut und stechen zu: Zecken. Die Spinnentiere sind winzig, können aber Krankheitserreger mit schweren Folgen übertragen: Borrelien können eine Borreliose auslösen, FSME-Viren können zur sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) führen. 

Borreliose 

Borreliose wird auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt. Die Erkrankung kann sich unterschiedlich äußern, unterschiedlich schwer verlaufen und betrifft überwiegend die Haut. Aber auch das Nervensystem, die Gelenke und das Herz können in Mitleidenschaft gezogen werden. Die meisten Infektionen mit Borrelien verlaufen jedoch unbemerkt. Das auffälligste Symptom einer Borreliose-Infektion ist die sogenannte Wanderröte – ein ringförmiger Hautausschlag, der in rund 90 Prozent der Fälle auftritt. 

Er entsteht typischerweise drei bis 30 Tage nach dem Stich rund um die Einstichstelle, eventuell aber auch an anderen Körperstellen. Charakteristisch ist sein Aussehen: Der Ausschlag misst mindestens fünf Zentimeter, ist zur Mitte hin blasser als am Rand und dehnt sich im Verlauf langsam weiter aus. Im weiteren Krankheitsverlauf können Fieber, geschwollene Lymphknoten sowie Muskel- und Gelenkschmerzen hinzukommen. Deutlich seltener – und meist nur bei Kindern – zeigen sich blaurote oder knotige Hautschwellungen, die bevorzugt an Ohr, Brustwarzen oder im Genitalbereich auftreten. Die gute Nachricht: Früh eingesetzt, kann Borreliose gut mit Antibiotika behandelt und in der Regel auch geheilt werden. 

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis – kurz FSME – ist eine durch Viren ausgelöste Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Die Erreger sind in weiten Teilen Europas sowie in Russland und Asien verbreitet. Als natürliches Reservoir dienen vor allem kleine Nagetiere wie Mäuse, in denen sich das Virus vermehrt – auf den Menschen gelangt es über den Stich infizierter Zecken. Die meisten Erkrankungen treten zwischen Frühjahr und Herbst auf, vereinzelt werden jedoch auch Fälle im Winter gemeldet. 

Zeckenbiss – das muss jetzt passieren

  1. Keine Panik. Nicht an der Zecke kratzen oder zupfen.
  2. Zeckenwerkzeug nah an der Haut ansetzen und Zecke langsam herausziehen – nicht drehen oder quetschen.
  3. Einstichstelle desinfizieren, Datum und Körperstelle notieren.
  4. Bei kreisförmiger Rötung rund um die Einstichstelle, Fieber oder Gliederschmerzen in den folgenden Wochen: ärztliche Hilfe suchen.
  5. Bleibt der Kopf der Zecke in der Haut stecken: Keine Panik, er wird vom Körper meist abgestoßen. Beobachten Sie die Wunde aber weiterhin und suchen Sie bei Unsicherheit eine Arztpraxis auf.

So können Sie einem Zeckenbiss vorbeugen

  1. Im Wald und auf der Wiese helle, geschlossene Kleidung tragen.
  2. Haustiere nach Spaziergängen auf Zecken kontrollieren.
  3. Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper absuchen – besonders Kniekehlen, Achseln, Haaransatz und Leistenbereich.
  4. Zeckenschutzmittel können helfen, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz.

Wer in einem Risikogebiet wohnt oder in eines verreist, sollte das Thema FSME-Impfung in der hausärztlichen Praxis besprechen.

 

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