Syphilis gilt als Relikt vergangener Jahrhunderte. Doch die sexuell übertragbare Infektionskrankheit ist wieder auf dem Vormarsch. 2024 wurden in Deutschland über 9500 Fälle gemeldet – mehr als doppelt so viele als noch 2008. Woran liegt das?
Deshalb häufen sich die Syphilis-Fälle
Als ein Grund für den Anstieg gilt der zunehmende Verzicht auf Kondome. Denn seit HIV medikamentös gut behandelbar ist, wird das Risiko anderer Geschlechtskrankheiten schlichtweg unterschätzt. Doch Syphilis ist tückisch. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien. Im ersten Stadium bildet sich an der Eintrittsstelle ein schmerzloses Geschwür, das von selbst wieder abheilt. Wochen später können Hautausschläge, Fieber, Abgeschlagenheit oder Gelenkschmerzen auftreten – Beschwerden, die leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Bleibt die Infektion über Jahre unerkannt und unbehandelt, kann sie im späteren Verlauf schwere Schäden an Organen und Nervensystem verursachen.
Was gegen Syphilis schützt
Die gute Nachricht: Frühzeitig erkannt, lässt sich Syphilis mit Antibiotika wirksam behandeln. Voraussetzung dafür ist, sich testen zu lassen – ohne Scham und ohne Zögern. Kondome senken das Übertragungsrisiko deutlich und schützen auch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Wer mit wechselnden Partnerinnen und Partnern sexuell aktiv ist, darf sich regelmäßige Tests zur Routine machen – so selbstverständlich wie der jährliche Gesundheitscheck.



