Neuroathletik: Training fürs Gehirn

Ein besseres Gleichgewicht, sichere Bewegungen und größere Treffsicherheit – das verspricht die Neuroathletik, auch neurozentriertes Training genannt. Und zwar, indem die Verbindung zwischen Gehirn und dem Rest des Körpers gezielt gestärkt wird.

Das Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle bei jeder Bewegung. Das Gehirn verarbeitet Signale aus dem ganzen Körper, unter anderem von Augen und Gleichgewichtsorganen, und entscheidet, wie der Körper reagiert. 

Wenn Signale unklar sind, fallen Bewegungen langsamer oder ungenauer aus. Beispielsweise nach einer Verletzung, wenn das Gehirn dem betroffenen Körperteil unterbewusst eine Schonhaltung „befiehlt“, um neuen Schaden zu vermeiden. An dieser Stelle setzt die Neuroathletik an und trainiert gezielt die Wahrnehmung sowie die Steuerung von Bewegungen.

Übungen mit einfachen Bewegungen

Trainer und Trainerinnen setzen Balanceboards, Widerstandsbänder, Lochbrillen oder Vibrationsrollen ein. Auch vermeintlich einfache Bewegungsabläufe wie das Stehen auf einem Bein oder das Drehen des Kopfes können eine Rolle spielen, um beispielsweise das Gleichgewicht zu verbessern.

Spitzensportler schwören auf die Trainingsmethode. Kaum ein Fußballprofi oder Olympionike, der die Neuroathletik noch nicht in seinen Trainingsalltag integriert hat. Aber auch Otto Normalverbraucher könnten vom Gehirntraining profitieren. Die Frage ist: Wie groß ist das Potenzial für den Breitensport? Denn es bestehen Zweifel an der Trainingsmethode, es fehlen Studien und wissenschaftliche Evidenz.

Hirn bleibt formbar

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften bestätigte zumindest, dass das menschliche Gehirn ein Leben lang formbar bleibt und auf motorisches Training – beispielsweise mithilfe eines Balanceboards – mit großflächigen Veränderungen und Leistungsverbesserungen reagiert.

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