Sport bei Hitze: Sicher trainieren, wenn die Temperaturen steigen

Bei Hitze Sport treiben? Ja, aber mit Köpfchen. Denn bei hohen Temperaturen kann intensives Training schnell den ganzen Organismus belasten und eher schaden als nutzen. Wie reagiert der Körper? Wann wird es kritisch? Die wichtigsten Regeln für Sport bei Hitze.

Was bei Hitze im Körper passiert

Steigt die Außentemperatur, hat der Körper ein klares Ziel: seine Kerntemperatur von rund 37 Grad stabil zu halten. Dafür arbeiten zwei schlaue Mechanismen zusammen. Die Blutgefäße in der Haut weiten sich, um Wärme nach außen abzugeben. Zusätzlich beginnt der Körper zu schwitzen. Der verdunstende Schweiß kühlt dann die Haut. 

Schon ab etwa 25 Grad muss der Körper aktiv gegensteuern, um die beim Sport entstehende Wärme loszuwerden. Ab rund 30 Grad, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit, wird das immer schwieriger. Die Luft ist dann schon so feucht, dass Schweiß kaum noch verdunstet. Folge: Die Kühlung gerät ins Stocken. 

Für unser Herz-Kreislauf-System bedeutet das doppelte Arbeit. Durch die geweiteten Gefäße sinkt der Blutdruck, das Herz schlägt schneller, um alle Organe zu versorgen. Gleichzeitig fließt mehr Blut in die Haut statt in die Muskeln. Die Folge spüren Sie unmittelbar: Die Leistung lässt nach, alles fühlt sich anstrengender an. Das ist kein Zeichen von mangelnder Fitness, sondern eine ganz normale Reaktion. 

Wann Sport bei Hitze gefährlich wird 

Kritisch wird es jedoch, wenn wir uns an heißen Tagen überfordern. Wer bei großer Hitze zu hart und zu lange trainiert, riskiert mehr als nur einen schlechten Trainingstag. Der Puls steigt, die Körpertemperatur klettert nach oben. Kommen Symptome wie Ermattung und Müdigkeit hinzu, kann eine Hitzeerschöpfung oder ein Hitzschlag drohen. Beim Hitzschlag steigt die Körpertemperatur über 40 Grad und die Temperaturregulation setzt aus. In solch einem medizinischen Notfall müssen Betroffene ärztlich versorgt werden. 

Achten Sie deshalb auf die frühen Warnsignale: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Muskelkrämpfe. Sie sind nicht harmlos, sondern Vorboten der Überhitzung. Wer sie bemerkt, sollte das Training sofort beenden, Schatten aufsuchen und trinken. 

Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit Vorerkrankungen, vor allem des Herz-Kreislauf-Systems. Für sie kann die zusätzliche Belastung bei Hitze schnell zu viel werden. Auch ältere Menschen sind stärker gefährdet. Bei Kindern lohnt ebenfalls ein wacher Blick: An sehr heißen Tagen ist eine Sportpause für sie häufig die bessere Wahl.

Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen können Sie auch im Sommer trainieren.

So bleiben Sie im Sommer sicher aktiv

  • Zeit klug wählen

    Verlegen Sie Sport in die kühleren Morgen- oder Abendstunden und meiden Sie die Mittagshitze. Behalten Sie gleichzeitig Ozonwarnungen im Blick. Denn das Gas kann negative Auswirkungen auf die Atemwege haben.

  • Intensität anpassen

    Walken statt joggen, schwimmen statt HIIT. Eine ruhigere Einheit zählt an heißen Tagen mehr als ein Rekordversuch.

  • Richtig trinken

    Trinken Sie schon vor dem Training, dann alle 15 bis 20 Minuten kleine Schlucke. Bei längeren Einheiten gleichen Elektrolyte – beispielsweise in Form von Apfelschorle mit einer kleinen Prise Salz – den Mineralienverlust durch das Schwitzen aus.

  • Suchen Sie schattige Wege, kühle Wälder oder einen klimatisierten Raum, um Sport zu treiben. Eine Kopfbedeckung und Sonnencreme schützen vor UV-Strahlung.

  • Luftig kleiden

    Helle, atmungsaktive Funktionskleidung lässt Schweiß verdunsten und kühlt besser als dicke Baumwolle.

Übrigens: Ihr Körper kann lernen, mit Hitze umzugehen. Wer sich über mehrere Tage regelmäßig moderat in der Wärme bewegt, gewöhnt sich daran. Diese Akklimatisierung sorgt dafür, dass Sie früher und effizienter schwitzen, das Herz ökonomischer arbeitet und der Kreislauf stabiler bleibt. Gut trainierte Menschen regulieren ihre Temperatur dabei besser als untrainierte. Der Schlüssel ist Geduld: langsam herantasten, statt am ersten Hitzetag Vollgas zu geben. 

Hitzeschutz wird zum Thema, auch im Breitensport 

Heiße Tage werden mit dem Klimawandel häufiger. Darauf stellt sich auch der organisierte Sport zunehmend ein. Im Juni 2025 haben das Bundesgesundheitsministerium, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und weitere Fachleute einen Musterhitzeschutzplan für den Sport als Bundesempfehlung veröffentlicht. Er richtet sich an Vereine, Verbände sowie Veranstalterinnen und Veranstalter und gibt praxisnahe Hinweise: Trainingszeiten verlegen, Schatten und Trinkwasser bereitstellen oder Wettkämpfe bei extremer Hitze unterbrechen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Sporttreibende zu den Gruppen, die besonders auf klimabedingte Gesundheitsrisiken achten sollten.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Temperatur sollte man keinen Sport mehr machen?

Eine feste Grenze gibt es nicht, da viel von Luftfeuchtigkeit, Sonne und der eigenen Verfassung abhängt. Ab etwa 30 Grad sollten Sie Ausdauersport im Freien deutlich reduzieren oder in kühlere Tageszeiten verlegen. Wichtiger als die reine Gradzahl ist jedoch, wie Sie sich fühlen.

Wie viel sollte ich beim Sport bei Hitze trinken?

Trinken Sie schon vor dem Training und während der Belastung alle 15 bis 20 Minuten kleine Schlucke Wasser oder Saftschorle. Dauert die Einheit länger als eine Stunde, helfen Elektrolyte – beispielsweise Apfelschorle mit einer Prise Salz, den Verlust durch das Schwitzen auszugleichen.

Was sind die ersten Anzeichen einer Überhitzung?

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Muskelkrämpfe sind typische frühe Warnsignale. Wer sie bemerkt, sollte das Training sofort beenden, sich in den Schatten setzen und trinken. Bei anhaltenden Beschwerden oder Bewusstseinsstörungen ist es ein Notfall.

Wird man bei Hitze schneller fit?

Nein, aber der Körper kann sich an Hitze gewöhnen und reguliert die Temperatur mit der Zeit besser. Diese Akklimatisierung entsteht durch regelmäßiges, moderates Training, nicht durch einzelne harte Einheiten in der prallen Sonne.

Was essen bei Hitze?

Ernährung

Der Sommer bringt uns warme, sonnige Tage und strahlend blauen Himmel. Doch bei aller Freude über das schöne Wetter sollten wir nicht vergessen: Hitze kann unserer Gesundheit schaden. Am wohlsten fühlt sich unser Körper bei 37 °C. Steigt die Temperatur jedoch an, stresst dies unseren Organismus und kann zu Zellschäden führen. Körpertemperaturen ab 42 °C sind sogar lebensbedrohlich. Aus diesem Grund unternimmt unser Körper alle Anstrengungen, um sich bei Hitze herunterzukühlen.

Extreme Hitze: wie Sie Ihre Gesundheit schützen

News & Trends

Der Sommer hat eine Kehrseite: extreme Hitze mit hohen Lufttemperaturen ab 30 Grad Celsius. Eine Belastung für den Organismus und damit ein ernstes Gesundheitsrisiko, das als Folge des Klimawandels immer häufiger auftreten wird‍ – auch in Deutschland. Das können Sie tun.

Erste Hilfe bei Kreislaufproblemen

Gesundheit

Kreislaufprobleme haben viele Gesichter: Sie treten bei Hitze, Flüssigkeitsmangel, Stress oder zu schnellem Aufstehen auf und bringen den Alltag mit plötzlichem Schwindel, Sternchen vor den Augen oder weichen Knien durcheinander.

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