Besser laufen mit trainierten Faszien.

Die natürlichen Eigenschaften von Faszien sind bewundernswert. Ist das kollagene, dreidimensionale Fasernetzwerk in unserem Körper trainiert, kann es den Laufstil verbessern. Wie das funk­tioniert, erfahren Sie hier.

Geht es um Bewegung, ist der Mensch ein Allrounder. Das Laufen ist nur eines von vielen Bewegungsmustern, das zu unserem Repertoire gehört. Bei einem tadellosen Laufstil und gesunden Gelenken hat es viele positive Effekte: Laufen baut Stress ab, strafft die Figur, stärkt Herz, Kreislauf und das Immunsystem.
 
Laufen ist ein Ganzkörpertraining, das bis zu ein Sechstel der Muskelmasse beansprucht. Mit von der Partie sind Faszien, die jeden Muskel umhüllen und den Körper dreidimensional durchziehen. Es liegt auf der Hand, dass diese wechselseitige Beziehung von großem Nutzen für die Gesundheit ist.
 
Das Ziel der allermeisten Läufer ist ein federnder, kraftsparender Laufstil. Faszien in Topform können einiges dazu beitragen. Die Rede ist vom so genannten Kata­pult-Effekt. Diese wertvolle Leistungsreserve des menschlichen Körpers verbessern Sie mit ganz einfachen Methoden. Die Vorteile fester und elastischer Faszien spüren Sie durch mehr Leichtigkeit beim Laufen.

Leichten Fußes.
Australische Kängurus haben eine besondere Eigenschaft: Sie sind schnell und können sehr weit springen. Zu verdanken ist das ihrer Sprungkraft, die aus dem Zusammenspiel ihrer Sehnen, Bänder und Muskeln resultiert.

Sprünge basieren auf dem Katapult-Effekt. Sie erinnern sich? Mechanisch betrachtet, handelt es sich dabei um eine besondere Form der Schnellkraft. Sie entsteht, weil nach einer Spannung blitzschnell Energie freigesetzt wird. Manche Kängurus können so bis zu 13 Meter springen und Höchstgeschwindigkeiten von ­bis zu 55 Stundenkilometern erreichen. Nicht nur diese Werte sind wirklich erstaunlich. Auch die Leichtigkeit, mit der sie Distanzen zurücklegen, lässt Läuferherzen höherschlagen.
 
Tatsächlich ist der Mensch dieser Eigenschaft nicht fern. Auch wir verfügen über den Katapult-Effekt, wie Wissenschaftler bei der Analyse der zugrunde liegenden Sprungbewegungen entdeckten. Mit modernen Ultraschallgeräten können sie zeigen, dass Sehnen und Faszien der Beine beim Laufen, Hüpfen und Gehen ­vorgespannt werden. Die Arbeitsteilung zwischen Muskeln und Faszien ist vergleichbar mit dem Spannen flexibler Gummibänder. Das Erstaunliche: Die kinetische Speicher­energie menschlicher Beinfaszien steht denen von Tieren in nichts nach.

Der Aufbau des menschlichen Fußes

Durch das Zusammenspiel von Muskeln und Faszien ­werden Änderungen in der Lauf­oberfläche und Geschwindigkeit ­kompensiert, Körpergewicht ­getragen und Vortrieb erzeugt.