Expertenchat am 11. Dezember: Organspende: Gut informiert und richtig entscheiden

Für oder wider Organspende – viele Menschen hadern mit der Entscheidung, schieben sie auf die lange Bank oder wollen mit dem Thema nichts zu tun haben. Doch was ist, wenn es mich selbst oder meine Liebsten trifft? Würde ich im Notfall eine Organspende akzeptieren? Bin ich im Gegenzug bereit, anderen zu helfen? Wie werde ich eigentlich Organspender? Im Expertenchat am 11. Dezember 2017 um 20.30 Uhr können Sie alle Fragen rund um das Thema stellen.

Die Expertin

Christina Auffenberg ist seit drei Jahren wissenschaftliche Referentin im Referat „Organ- und Gewebespende; Blutspende“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).


Interview

Was sind die Vorteile eines Organspendeausweises?

Auf einem Organspendeausweis können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende festhalten, Ihre Bereitschaft zur Spende auf bestimmte Organe und Gewebe einschränken oder eine andere Person benennen, die im Fall der Fälle über eine Organ- und Gewebespende entscheiden soll. Mit einem Organspendeausweis schaffen Sie Klarheit und stellen sicher, dass in Ihrem Sinne gehandelt wird. Der Organspendeausweis ist ein offizielles Dokument und rechtlich gültig. Ihre Entscheidung wird aber nirgends registriert. Sie können Ihre Entscheidung jederzeit ändern, indem Sie einen neuen Organspendeausweis ausfüllen.

Wie wird ermittelt, ob man ein geeigneter Spender ist?

Eine Organentnahme kann z. B. bei bestimmten Infektionen oder bei Krebserkrankungen ausgeschlossen sein. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärztinnen und Ärzte nach den erhobenen Befunden, ob eine Organspende infrage kommt.

Es gibt keine allgemeine Altersgrenze für eine Spende. Entscheidend ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Ob die Organe für eine Transplantation geeignet sind, kann in der Regel erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch geprüft werden. 

Welche Organe werden am dringendsten benötigt?

Nach Zahlen von Eurotransplant warten in Deutschland aktuell mehr als 10.000 Menschen auf eine Organspende, fast 8.000 Patientinnen und Patienten auf eine Spenderniere.

Wie lange ist im Normalfall die Wartezeit für ein Spenderorgan? (einige wenige Beispiele)

Der Bedarf an benötigten Organen ist deutlich höher als die Zahl der gespendeten Organe. Entsprechend lang sind auch die Wartezeiten: Auf eine Spenderniere zum Beispiel warten Patientinnen und Patienten im Durchschnitt sechs bis sieben Jahre.

Anders ist die Situation bei Gewebetransplantationen. In Deutschland gibt es grundsätzlich eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Gewebezubereitungen. Die benötigten Präparate können überwiegend ohne nennenswerte zeitliche Verzögerung übertragen werden. Lokal und regional können jedoch, insbesondere bei der Versorgung mit Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen Wartezeiten auftreten. 

Wohin kann man sich wenden, wenn man weitere Informationen benötigt?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter www.organspende-info.de ein umfangreiches Informationsangebot zur Organ- und Gewebespende an. Online können zudem kostenfrei Informationsmaterialien und der Organspendeausweis bestellt werden.

Für das persönliche Gespräch ist unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 90 40 400 das Infotelefon Organspende montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr erreichbar.