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Expertenchat zum Thema "Schluss mit dem Rauchen: So schaffen Sie es" am 9. Januar 2017 um 20:30 Uhr

"Nur noch eine Zigarette – aber das ist dann wirklich die letzte!" Diesen Entschluss haben viele Raucher schon einmal gefasst. Ihn umzusetzen scheint für viele aber unmöglich. Kein Wunder: Raucher leben mit einer ausgewachsenen Sucht, die nur schwer zu besiegen ist.

 am Dabei lohnt es sich, dem Tabak dem Kampf anzusagen: Schon nach wenigen rauchfreien Tagen fällt das Atmen leichter und Gerüche und Geschmäcker werden intensiver – ganz zu schweigen von der Minderung gesundheitlichen Risiken wie COPD, Unfruchtbarkeit oder Krebserkrankungen. Bei unserem Expertenchat zum Thema „Schluss mit dem Rauchen: So schaffen Sie es“ am 9. Januar um 20.30 Uhr erhalten Sie Hilfe auf dem Weg in ein rauchfreies Leben.

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Der Experte

Ole Ohlsen, Dipl.-Päd., kann bereits auf über 25 Jahre Erfahrung in der Suchtberatung für Betroffene, Angehörige, Jugendliche, Firmen und Verwaltungen zurückblicken. Nach seinem Studium und der Ausbildung in klientzentrierter Gesprächspsychotherapie folgten verschiedene Fortbildungen, darunter in lösungsorientierter Beratung und in Programmen zur Therapie von Rauchern und Alkoholikern. Heute berät Herr Ohlsen sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen insbesondere zum Thema Nikotinabhängigkeit.

Vorab-Interview

Woran merkt man, dass man nikotinabhängig ist?
Hier muss man zwischen der körperlichen und der psychischen Abhängigkeit unterscheiden. Die körperliche Abhängigkeit kann man mit den sechs Fragen des Fagerström-Tests recht gut ermitteln [LINK: www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Fagerstroem.html].
Im Falle einer psychischen Abhängigkeit werden meist mehrere Kriterien erfüllt. Dazu zählen der starke Wunsch oder Zwang, Tabak zu konsumieren, eine eingeschränkte Kontrolle über Beginn, Beendigung und Menge des Konsums, aber auch Entzugserscheinungen bei Reduktion oder Beendigung des Konsums, sowie Konsum, um die Entzugserscheinungen zu mildern. Außerdem findet hier meist eine Toleranzentwicklung statt: Um eine gleichbleibende Wirkung zu erzielen, sind dann zunehmend höhere Dosen erforderlich. Oftmals tritt zudem eine zunehmende Vernachlässigung anderer Aktivitäten und Interessen zugunsten des Konsums aus. Ein weiteres Kriterium ist ein anhaltender Konsum trotz des Nachweises von Folgeschäden.
Generell ist die psychische Abhängigkeit höher zu bewerten. Insbesondere Raucher, die „nur“ um die zehn Zigaretten am Tag rauchen, können sich oft schwerer emotional von ihren Zigaretten lösen, als Raucher, die 30 bis 50 Zigaretten rauchen.

Was sind die gefährlichsten Inhaltsstoffe im Rauch einer Zigarette?
Hier gibt es langfristig schädliche und krebserregende Substanzen und das Nikotin, das körperlich abhängig machen kann. Kurzfristig und täglich beeinträchtigt aber primär das Kohlenmonoxid den Raucher erheblich. Es macht müde, beeinträchtigt die Konzentration und das Denkvermögen, erhöht den Blutdruck und den Ruhepuls, verursacht Kopfschmerzen und Migräne, verlängert Regenerationszeiten und macht depressiv.

Was sind die größten gesundheitlichen Probleme, die Rauchern zu schaffen machen?
Sämtliche Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen treten bei Rauchern früher und in stärkerer Ausprägung auf. Rauchen senkt außerdem den Medikamentenspiegel, weshalb bestimmte Medikamente schlecht wirken und deshalb höher dosiert werden müssen. Das kann zu stärkeren Nebenwirkungen führen (z.B. bei Neuroleptika).

Haben Sie einen einfachen Tipp, wie man als Raucher mit der akuten Lust auf eine Zigarette umgehen sollte?
Die Tabakabhängigkeit ist eine komplexe Suchterkrankung und es ist schwieriger vom Rauchen los zu kommen, als von Alkohol und Drogen. Einfache Tipps helfen oft wenig, sondern es müssen die individuellen Bedürfnisse ergründet werden, die mit dem Tabakkonsum als Ersatz befriedigt werden sollen. Nur wenn man diese gut kennt, kann man passende Alternativstrategien erarbeiten.
Klassisch als Tipps sind die „4 A“: Aufschieben (langsames, tiefes Durchatmen – das Verlangen lässt automatisch nach kurzer Zeit nach), Ausweichen (Rückfallkritische Situationen vorausschauend meiden), Ablenken (seine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf eine andere Tätigkeit lenken) und Abhauen (Sich kurz aus der Risikosituation entfernen oder einen sicheren Ort aufsuchen, an dem noch nie geraucht wurde, z.B. das Schlafzimmer).

Wo findet man Hilfe, wenn man mit dem Rauchen aufhören will?
Hilfsangebote sollten einige wichtige Kriterien erfüllen: Achten Sie darauf, dass das jeweilige Angebot von den Krankenkassen anerkannt und finanziell bezuschusst wird. Die Hilfe sollte sich auch inhaltlich an den Empfehlungen der ärztlichen Leitlinien zur Tabakentwöhnung orientieren (Verhaltenstherapie plus medikamentöse Begleitbehandlung). Weiterhin sollte die Hilfe von einer Fachkraft aus der Suchthilfe oder mit Berufserfahrung in der Suchthilfe angeboten werden. Da sich hinter der Tabakabhängigkeit häufig noch andere zusätzliche Erkrankungen „verstecken“ (z.B. Ängste, Depressionen, Alkoholprobleme, Essstörungen usw.), sind auch therapeutische und / oder ärztliche Erfahrungen des Hilfeanbieters von großem Vorteil. Adressen von Anbietern erhält man bei den Krankenkassen, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

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