Verwaltungsrat verabschiedet Jahresrechnungsergebnis und übt Kritik an der Reform der GKV-Finanzierung

Ingolstadt / Braunschweig, 10. Juli 2014 – Der Verwaltungsrat der Audi BKK verabschiedete heute das Rechnungsergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Mit einem Überschuss der Einnahmen in Höhe von über 22 Mio. Euro legt die Kasse mit den vier Ringen erneut ein starkes Ergebnis vor. Der Vorstand der Audi BKK wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr entlastet. Deutlichen Verbesserungsbedarf sieht das Gremium bei der bevorstehenden Gesundheitsreform.

„Die Audi BKK ist trotz der Gesundheitsreform hervorragend aufgestellt. Wir werden unseren Versicherten ein attraktives Leistungsangebot bei einem unterdurchschnittlichen Zusatzbeitragssatz bieten“, erklärte Gerhard Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Audi BKK.

Zur Klausurtagung am Vortag waren mit Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes e.V., und Prof. Dr. Günter Neubauer, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik, ausgewiesene Fachleute geladen. Sie gaben einen detaillierten Ausblick auf die Auswirkungen der Gesundheitsreform im kommenden Jahr.
Franz Knieps verwies auf Fehler bei der inhaltlichen Ausgestaltung. Betriebskrankenkassen müssen beim Krankengeld traditionell mehr aufwenden als andere Kassenarten, denn die Höhe ist maßgeblich vom Grundlohn abhängig. „Die Höhe der Löhne muss daher bei der Zuweisung für das Krankengeld vollständig berücksichtigt werden“, fordert Knieps. Dieser Methodenfehler würde die BKK 150 Millionen Euro kosten.

Prof. Neubauer erklärte: „Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass Änderungen zum Nachteil einiger Kassen beschlossen werden anstatt zuerst bestehende Probleme wie beim Krankengeld zu lösen.“ Das seien, so Neubauer, schwerwiegende handwerkliche Fehler.

Zentraler Bestandteil der gesetzlichen Änderungen ist die teilweise Rückführung der Beitragsautonomie an die gesetzlichen Krankenkassen. Ab 2015 wird der allgemeine Beitragssatz bei 14,6 Prozent festgeschrieben, zusätzlich können Krankenkassen eigenständig Zusatzbeiträge erheben.

Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Verwaltungsrates und Mitglied des Betriebs- und Aufsichtsrats der AUDI AG, forderte wiederholt die vollständige Rückgabe der Finanzhoheit an die Krankenkassen. „Wir begrüßen den Schritt zu mehr Wettbewerb – dieser muss aber fair gestaltet werden. Nach aktuellem Stand werden wir trotz des vollständigen Einkommensausgleich beim Zusatzbeitrag weiterhin beim Krankengeld benachteiligt.“

Auch Alois Huber, alternierender Verwaltungsratsvorsitzender und kaufmännischer Geschäftsführer der Audi Vertriebsbetreuungsgesellschaft mbH, sieht Handlungsbedarf: „Die Audi BKK ist aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit und dem verantwortungsvollen Handeln für die Zukunft bestens aufgestellt. Durch die Reform werden Kassen wie die Audi BKK nun aber systematisch benachteiligt. Hier besteht dringender Verbesserungsbedarf.“

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