Kleingedrucktes beachten...

Immer häufiger greifen Verbraucher zu industriell hergestellten Produkten, ohne sich über Inhaltsstoffe und Mengenangaben auf der Verpackung im Klaren zu sein.

Nahrungsmittel sollen schmecken und sich möglichst lange halten. Daher werden bei ihrer Herstellung zahlreiche Zusatzstoffe verwendet. Neben Geschmacksverstärkern, Aromen und Stabilisatoren sind es auch hohe Beigaben von Zucker und Fett, die sich als Risiken für die menschliche Gesundheit herausstellen. „In meinen Beratungsgesprächen erlebe ich immer wieder, wie groß die Überraschung bei Klienten ist, wenn ich sie über die tatsächlichen Zucker- und Fettanteile in vielen Lebensmitteln aufkläre“, sagt Audi BKK Ernährungsberaterin Brinja Striezel. „Dies gilt vor allem für sogenannte Lightprodukte, die als scheinbar kalorienarme Nahrungsmittel ja gerade dazu beitragen sollen, Übergewicht zu vermeiden.“

Die Zahlen für übergewichtige und fettleibige Menschen sind weltweit alarmierend: Rund 2,1 Milliarden Menschen sollen derzeit zu viel Gewicht auf die Waage bringen. „In Deutschland betrifft dies knapp zwei Drittel aller Männer und nahezu die Hälfte aller Frauen“, berichtet Dr. Andrea Flemmer, promovierte Biologin und Ernährungswissenschaftlerin aus München. „Bereits jeder Fünfte unter 20 Jahren trägt aufgrund eines zu hohen Körpergewichts das Risiko in sich, als Erwachsener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes zu leiden.“

Auf vielen Verpackungen wirbt die Lebensmittelindustrie mit vielversprechenden Produktbeschreibungen. Doch der Etikettenschwindel geht fast immer zu Lasten des Verbrauchers. „Um die Verkaufszahlen zu steigern, ist den Herstellern oft jedes Mittel Recht“, geben die Expertinnen zu bedenken. „Wer Fett weglässt, muss mehr Zucker
zugeben, um für einen angenehmen Geschmack zu sorgen. Daher bedeutet die Behauptung ‚fettfrei‘ für Produkte wie Joghurt, Müsli oder Brotaufstrich keineswegs ‚kalorienarm‘. Und ebenso heißt der Ausdruck ‚ohne Zuckerzusatz‘ bei vielen Obstsäften nicht, dass kein natürlicher Zucker im Lebensmittel vorhanden ist.“

Um Kalorien- und Nährwertangaben übersichtlicher zu gestalten, wird ab Dezember 2016 ein bereits vor fünf Jahren verabschiedetes Gesetz für alle Lebensmittelhersteller rechtlich bindend sein: Einseitige Werbebotschaften, die bis dahin nur einen einzelnen Nährstoff in den Vordergrund gestellt haben, geraten dann auf den Prüfstand. Eine Nährwerttabelle führt zukünftig Kaloriengehalt und die Anteile von Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz auf. Die Europäische Union (EU) erhofft sich von diesem Schritt einen verbesserten Verbraucherschutz – der allerdings nur wirksam werden kann, wenn der Käufer auf das Kleingedruckte achtet und die Angaben für sich richtig einzuschätzen weiß.

Informieren Sie sich über Kennzeichnungen und Siegel auf Lebensmitteln unter:

www.bmel.de

 

Drin ist was draufsteht

Verbraucherschutz - Kleingedrucktes beachten...

Ernährung - Das Maß aller Dinge

Diabetes - Zuckersüßer Überfluss

Zuckerarten - Ein Stoff mit vielen Gesichtern

Mehr Informationen

Mehr Klarheit in der Lebensmittel-kennzeichnung? Über Produkte mit irreführendem Charakter können Sie sich an dieser Stelle informieren:

www.lebensmittelklarheit.de

Die Diskussion über Zusatzstoffe in Lebensmitteln wird schon seit vielen Jahren geführt. Lesen Sie dazu auch die Meinung des Krebsinformationsdienstes:

www.krebsinformationsdienst.de