Auf die Laus gekommen

Eltern geraten beim Thema Kopfläuse schnell in Panik. Aufwendiges Desinfizieren, tägliches Abkochen der Wäsche, wochenlanges Verpacken der Kuscheltiere und Spielsachen in Plastik – so das Schreckensszenario, das viele sofort vor Augen haben.

Doch ehe das gesamte Kinderzimmer-Inventar in der Gefriertruhe landet, gibt es Entwarnung: Für eine effektive Bekämpfung der Läuse sind vor allem die Behandlung des betroffenen Kindes mit einem speziellen Anti-Läuse-Mittel sowie eine sorgfältige Nachkontrolle mit einem Läusekamm ausschlaggebend. Außerdem sollten die Köpfe der anderen Familienmitglieder überprüft werden. Hat sich der Verdacht bestätigt, ist rasches Handeln das A und O. Als ersten Schritt behandeln Sie Kopf und Haare mit einem zugelassenen Läusemittel aus der Apotheke. Ob Shampoo, Gel, Lotion oder Spray – lassen Sie sich in der Apotheke oder beim Arzt beraten, welche Darreichungsform für Sie die praktikabelste ist. Ganz wichtig: Halten Sie sich dabei akribisch an die Gebrauchsanweisung. Diese besagt zudem, dass Sie die Behandlung nach acht bis zehn Tagen wiederholen ­müssen, um auch nachgeschlüpfte Läuse zu erwischen. Keine übertriebene Hygiene. Ohne geeigneten Wirt – das ist einzig und allein der menschliche Kopf – können Läuse nicht lange überleben. Allerdings sollten Sie besonders gefährdete Utensilien wie Kämme, Haarbürsten und ­-spangen mit heißer Seifenlösung waschen und Schlafanzüge, Bett­wäsche, Handtücher sowie Unterwäsche wechseln und bei mindestens ­60 Grad waschen. Kopfbedeckungen, Schals und weitere Gegenstände, die nicht bei 60 Grad gewaschen werden können, verbannen Sie sicherheitshalber für drei Tage in eine Plastiktüte.  Für ein nachhaltig läusefreies Ergebnis sorgt die regelmäßige Kontrolle. Suchen Sie Haar und Kopfhaut vier Tage nach der Erstbehandlung mit einem Nissenkamm sorgfältig ab. Wiederholen Sie das ­Ganze noch zweimal, im wöchentlichen Abstand. Nichts mehr entdeckt? Glückwunsch, jetzt sind Sie auf der sicheren ­Seite und Ihr Kind wieder läusefrei.

Zum Thema Kopflaus kursieren zahlreiche falsche Mythen. ­Lassen Sie sich davon nicht beirren! Die gängigsten im Fakten-Check:

  • Erst nach dem O.K. vom Arzt darf Ihr Kind zurück in Kita/Schule. 
    Falsch! Bereits nach der ersten Behandlung mit dem Kopflausmittel dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wieder besucht werden.
  • Alle Familienmitglieder müssen vorsorglich mit einem Kopflausmittel behandelt werden.
    Falsch! Suchen Sie alle Köpfe gründlich mit einem Läusekamm ab. Nur wenn Sie fündig werden, müssen Sie handeln.
  • Nur chemische Produkte helfen wirklich.
    Falsch! Mit einem Dimeticon-haltigen Mittel lassen sich Läuse rein physikalisch (Ersticken) und mindestens genauso effektiv bekämpfen.
  • Kopfläuse lauern vor allem in Mützen und Plüschtieren.
    Falsch! Ohne Nahrung (Blut) verhungern Kopfläuse nach spätestens zwei Tagen.
  • Kopfläuse sind (kein) Zeichen mangelnder Hygiene – auch in frisch gewaschenem Haar nisten sie sich gerne ein.
    Wegen der leichten Übertragbarkeit sind Sie dazu verpflichtet, sämtliche Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Schule, Kita), die ihr Kind besucht, vom Lausbefall in Kenntnis zu setzen. Diese informieren das Gesundheitsamt sowie andere Eltern. Auch hier keine Sorge, das geschieht selbstverständlich anonym.

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Mehr Informationen

Wie wirken Läusemittel und was ist zu beachten? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt zu diesen und weiteren Fragen nützliche Hinweise.

Nur mit dem richtigen Behandlungsschema lässt sich der gewünschte Behandlungserfolg erzielen.