Legal Highs: Gefährlicher Schwebezustand

Im Internet geben sich Anbieter von Legal Highs freundschaftlich. Immerhin geht es ja um gute Stimmung. Ein schneller Klick. Geliefert wird diskret verpackt. Doch was so harmlos daherkommt, hat es tatsächlich in sich.

Legal Highs sind zu einem Trend geworden. Im Handel werden sie als Räuchermischungen, Pflanzenextrakte, Badesalze oder Raumdüfte mit so klangvollen Namen wie Cherry Kokolino, Jamaican Gold Extreme oder Magic Apple vermarktet. In der Wirkung ähneln sie illegalen Drogen. Aber anders als bei Cannabis, Ecstasy oder Kokain macht sich der Konsument nicht strafbar – für viele eine verlockende Botschaft. 

Die europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) meldet seit 2005 sprunghaft ansteigende Zahlen. Fatal ist, dass es sich bei den angeblichen Kräutermischungen keinesfalls um ungefährliche Naturprodukte handelt. Der Konsum ist alles ­andere als bedenkenlos. Viele Produkte stammen aus fernöstlichen Chemielaboren, in denen immer neue chemische Substanzen ent­wickelt werden. Beispielsweise soll synthetisches Cannabis den natür­lichen, rauschbewirkenden Bestandteil der Hanfpflanze imi­tieren. Die Mischungen enthalten jedoch oft weitere psychoaktive Wirkstoffe, deren Zusammensetzung und Herkunft unbekannt sind. Hinzu kommt, dass selbst bei Produkten mit gleichem Namen und Design die Wirkstoffkonzentrationen erheblich schwanken können. Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Orientierungsverlust, Kreislauf­versagen, Ohnmacht, Lähmungserscheinungen und Wahnvorstel­lungen – sogar zu Todesfällen ist es in Deutschland nach dem Konsum von Legal Highs bereits gekommen. 

Hinter den Kulissen liefern sich Gesetzgeber und Drogenköche ein Katz-und-Maus-Spiel. Sobald eine neue Substanz analysiert und durch den Gesetzgeber dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterstellt wurde, bringen die Hersteller umgehend neue Produkte auf den Markt. Nur wenige Moleküle müssen dafür verändert werden – fertig ist das neue Präparat. Zur Zielgruppe gehören Jugendliche und junge Erwachsene, die sich von dem Rausch in der gesetzlichen Grauzone eine Auszeit versprechen. Doch unvorhersehbare Wirkung und Überdosierung ergeben leicht eine explosive Mischung. Statt Bewusstseinserweiterung erwartet Konsumenten ein Horrortrip, der immer häufiger in der Notaufnahme endet.

Drei Reagenzgläser mit buntem Inhalt

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