Krebsvorsorge

Die Medizin macht immer mehr möglich. Durch neue Operationsmethoden, Medikamente oder Therapien haben viele Krankheiten zum Glück an Schrecken verloren, so auch Krebs. Allerdings nützen die besten Therapien nichts, wenn man sie nicht rechtzeitig einsetzt. Und genau darum ist Früherkennung so wichtig. Ziel ist es eine Krankheit oder Vorstufen einer Erkrankung zu entdecken, noch bevor Beschwerden auftreten. Wird eine Krebserkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, erhöhen sich die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.

Auf einen Blick

  • Für Frauen ab 20 Jahren
  • Für Männer ab 35 Jahren
  • Hautkrebsscreening ab 35 Jahren (gesetzliche Regelversorgung)
  • Hautkrebsscreening von 15 bis 34 Jahren (Extraleistung der Audi BKK)
  • Inanspruchnahme über elektronische Gesundheitskarte

Im Detail

Gerade die Diagnose „Krebs“ ist sehr ernst. Dennoch ist Krebs heutzutage behandel- und in den meisten Fällen sogar heilbar. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind hierbei von zentraler Bedeutung. Und das Gute ist: Sie kosten Sie nichts – allerhöchstens ein wenig Überwindung.

Untersuchen – ab wann?

Das Angebot der Krebsfrüherkennung sollte von Frauen bereits ab dem 20. und von Männern ab dem 35. Lebensjahr einmal jährlich genutzt werden. Dies ist insbesondere bei Rauchern oder bei Personen, in deren Familien bereits Fälle von Krebserkrankungen vorliegen, von besonderer Wichtigkeit.

Mammographie-Screening

Im Rahmen des flächendeckenden Mammographie-Screenings wird die Mammographie als Früherkennungsuntersuchung für gesunde Frauen ab 50 bis 69 Jahren durchgeführt. Die anspruchsberechtigten Frauen werden automatisch zu dieser Untersuchung eingeladen. Dafür hat jedes Bundesland eine Zentrale Stelle, die das Teilnahmemanagement (Anschreiben, vorgegebene Termine) übernimmt. Mit dem Screening soll Brustkrebs möglichst frühzeitig bei Frauen entdeckt werden, bei denen noch keine Anzeichen für diese Erkrankung vorliegen. In Abständen von zwei Jahren werden Röntgenaufnahmen der Brust (Mammographie) erstellt. Bei unauffälligem Befund werden Sie in zwei Jahren wieder eingeladen. Sollte sich aus den Röntgenaufnahmen der Verdacht auf eine Krebserkrankung ergeben, werden weitere Untersuchungen zur Abklärung dieses Verdachts vorgenommen. Dieses Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Brustkrebstodesfälle in Deutschland zu senken und bei einer Krebserkrankung eine schonendere Behandlung zu ermöglichen. Daher werden strenge Qualitätsanforderungen an das Screening-Personal, die teilnehmenden Ärzte und die Geräte gestellt und die gegebenenfalls notwendigen Schritte zur Abklärung eines Brustkrebsverdachts aufeinander abgestimmt.

Eine Überweisung von Ihrem Haus- oder Frauenarzt ist für das Mammographie-Screening nicht notwendig und auch nicht möglich.  Das Screening ist, im Gegensatz zu einer Mammographie bei bestehenden Symptomen (z.B. Tastbefund, Schmerzen), eine bevölkerungsbezogene Maßnahme zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Teilnahme ist für Versicherte kostenlos.

Hautkrebs-Screening ab 15 Jahren (Zusatzangebot)

Seit Jahrzehnten nehmen die Erkrankungen an Hautkrebs zu. Weil sich Hautkrebs auch schon in jüngeren Jahren entwickeln kann, bietet die Audi BKK ihren jüngeren Versicherten eine kostenfreie Extraleistung an: ein Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre bereits ab 15 Jahren. Denn bösartige Hautveränderungen sind gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Die Untersuchung bei den bundesweit teilnehmenden Hautärztinnen und -ärzten schließt einige Zusatzleistungen ein, die in der Regelversorgung (ab 35 Jahren) nicht vorgesehen sind. Auch diese müssen nicht extra bezahlt werden.

Dazu zählen

  • eine gründliche Ganzkörperuntersuchung von Kopf bis Fuß – vor allem auch an Stellen, die man selbst nicht in den Blick bekommt.
  • ein erweitertes Screening mittels Auflichtmikroskopie, sollten tumorverdächtige Hautveränderungen entdeckt werden.
  • in Verdachtsfällen die Untersuchung einer Gewebeprobe auf Krebsmarker.
  • je nach Risikoprofil eine individuelle hautärztliche Beratung.

Teilnehmende Dermatologinnen und Dermatologen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs ist vermeidbar, denn bei keiner anderen Krebserkrankung kann das Risiko durch geeignete Vorsorgemaßnahmen derart verringert werden. Die Heilungschancen liegen bei frühzeitiger Diagnose bei über 90 Prozent. Sicherste Vorsorge verspricht dabei die Darmspiegelung. Doch auch mit gesunder Ernährung, viel Obst und reichlich Bewegung kann jeder Einzelne täglich vorsorgen.

Im Frühstadium verursacht Darmkrebs in der Regel keine Beschwerden – er entsteht in einem Zeitraum von sieben bis zehn Jahren aus einem Polypen (Adenom). Als Frühzeichen kann Darmkrebs Stuhlunregelmäßigkeiten verursachen, im Spätstadium auch Blutarmut, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust.

Die AudiBKK übernimmt die Kosten für Darmkrebsvorsorge wie folgt:

  • Jährliche Dickdarm- und Rektumuntersuchung für Männer und Frauen im Alter von 50 bis 54 Jahren. Die Untersuchung umfasst die gezielte Beratung und den Test auf verborgenes Blut im Stuhl (iFOBT-immunologischer Test)
  • Männer ab 50 Jahren können wählen zwischen jährlichem Stuhlbluttest (bis 54 Jahren, ab 55 Jahren alle zwei Jahre) und insgesamt zweimaliger Früherkennungs-Darmspiegelung (Koloskopie) im Mindestabstand von 10 Jahren.
  • Frauen ab 55 Jahren können wählen zwischen Stuhlbluttest (alle zwei Jahre) und insgesamt zweimaliger Früherkennungs-Darmspiegelung im Mindestabstand von 10 Jahren. Diese Untersuchung umfasst gezielte Beratung und Darmspiegelung.
  • Nehmen Frauen und Männer das Koloskopie-Angebot erst ab dem Alter von 65 Jahren wahr, besteht der Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie.

Eine Darmspiegelung hat den Vorteil, dass entsprechende Vorstufen (Polypen/Adenome) sofort bei der Untersuchung abgetragen werden können. Zudem ist sie schmerzfrei und risikoarm. Sollten Sie sich nicht zu einer Darmspiegelung entscheiden können, dann nehmen Sie einen Stuhltest in Anspruch.

Bei ca. 30 Prozent aller Darmkrebsfälle liegen eine erbliche Darmkrebsform und eine familiäre Häufung zu Grunde (familiäres Risiko). Bitte sprechen Sie – unabhängig von Ihrem Alter - mit Ihrem Arzt, wenn Darmkrebs in Ihrer Familie bereits aufgetreten ist.

Koloskopische Untersuchungen dürfen zum einen Fachärzte für Innere Medizin durchführen, soweit sie über die Fachkunde „endoskopische Dickdarmspiegelung“ verfügen. Zum anderen darf diese Untersuchung von Gastroenterologen und Fachärzten für Chirurgie erbracht werden, wenn sie zur Koloskopie berechtigt sind.

Ab 01.07.2019 wurde das Früherkennungsprogramm Darmkrebs erweitert. Unsere Versicherten werden alle fünf Jahre – also mit 50, 55, 60 und 65 Jahren zum Darmkrebs-Screening turnusmäßig eingeladen und hierüber informiert werden.

NEU Extraleistung: Digitale Darmkrebsvorsorge mit Care Diagnostica
Mit der richtigen Vorsorge sind Darmkrebserkrankungen vermeidbar bzw. gut behandelbar, Todesfälle können vermieden werden. Darum gibt es für Versicherte ab 45 Jahren das Angebot, sich bei der digitalen Darmkrebsvorsorge einzuschreiben – schnell, einfach und unkompliziert. Anschließend sendet Ihnen das Team von Care Diagnostica einen immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (IFOBT-Test) zu, den Sie anwenden und wieder zurückschicken. Sobald der Test ausgewertet wurde, erhalten Sie das Ergebnis schriftlich – inklusive der weiteren Empfehlung. 

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Weitere Informationen finden Sie in der folgenden Broschüre:

Übersicht der Untersuchungen zur Krebsvorsorge (Stand Januar 2022)
UntersuchungAlterGeschlechtHäufigkeitAnmerkungen        
GebärmutterhalskrebsAb 20 Jahren bis 34 JahrenFrauenjährlich
  • Gezielte Anamnese
  • Inspektion der genitalen Hautregion
  • bimanuelle gynäkologische Untersuchung
  • Spiegeleinstellung der Portio
  • Befundmitteilung mit anschließender diesbezüglicher Beratung
GebärmutterhalskrebsAb 35 JahrenFrauenAlle 3 Jahre

Kombiniertes Zervixkarzinomscreening
(Zytologie und HPV-Test)

Brustuntersuchung im Rahmen der KrebsvorsorgeuntersuchungsrichtlinienAb 30 JahrenFrauenJährlich
  • Gezielte Anamnese (z. B. Fragen nach Veränderungen/ Beschwerden der Brust)
  • Inspektion und Abtasten der Brust und regionären Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung
Hautkrebsscreening
(Ganzkörperunter
suchung)

Ab 35 Jahren 
(gesetzliche Regelversorgung)

Ab 15 Jahren
(Extraleistung der
Audi BKK)

Frauen und MännerZweijährlich
  • Gezielte Anamnese
  • Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs einschließlich des behaarten Kopfes sowie aller Intertrigines (submammär, Leistenregion, Anogenitalbereich)
Prostata, GenitaluntersuchungAb 45 JahrenMännerJährlich
  • Gezielte Anamnese
  • Inspektion durch Abtasten der äußeren Geschlechtsorgane
  • Abtasten der Prostata
  • Tastuntersuchung der regionären Lymphknoten
Mammographie ScreeningAb 50 bis 69
Jahren
FrauenZweijährlich
  • regelmäßige schriftliche Einladung
  • Information und Motivation
  • Anamnese und Erstellung der Mammographieaufnahme
  • Abklärungs-diagnostik durch mindestens zwei erfahrene Ärztinnen und Ärzte
Dickdarm und RektumuntersuchungAb 50 bis 54 JahrenFrauen und MännerJährlich
  • Gezielte Beratung
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl
Dickdarm und RecktumuntersuchungAb 55 JahrenFrauen und MännerZweijährlich
  • Gezielte Beratung
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl
Darmspiegelung*Ab 50 JahrenMännerZwei Unter-suchungen im Abstand von zehn Jahren
  • Gezielte Beratung
  • jährlicher (ab 55 Jahren zweijährlicher) Test auf verborgenes Blut im Stuhl oder alternativ:
  • zwei Darmspiegelungen
  • im Abstand von zehn Jahren
Darmspiegelung*ab 55 JahrenFrauenZwei Untersuchungen im Abstand von zehn Jahren
  • Gezielte Beratung
  • Zweijährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl oder alternativ:
  • zwei Darmspiegelungen
  • im Abstand von zehn Jahren


Hinweis*: Nehmen Frauen und Männer das Angebot zur Darmspiegelung erst ab dem Alter von 65 Jahren wahr, besteht Anspruch auf eine Früherkennungs-Darmspiegelung. Frauen und Männer ab 55 Jahre haben alle zwei Jahre Anspruch auf einen Stuhlbluttest (iFOBT); wird eine Früherkennungs-Darmspiegelung durchgeführt, folgt der nächste Test auf verborgenes Blut im zweijährigen Rhythmus.

Inanspruchnahme

Die Kosten der Vorsorgeuntersuchungen werden grundsätzlich über die elektronische Gesundheitskarte abgerechnet.

Besonderheit AudiBKK

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